Rainer Schorr warnt vor Streit um Ladestellen für Elektroautos

Bundesregierung will mehr Elektromobilität auf deutschen Straßen

Nicht nur Rainer Schorr schüttelt den Kopf über die Vorstellungen der Bundesregierung: Bis 2020 sollen in Deutschland eine Million Elektrofahrzeuge auf den Markt kommen. Dass das gar nicht ohne weiteres möglich ist, weiß auch der erfahrene Investor, denn die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ist in Deutschland kaum ausgebaut. Trotzdem hält die Bundesregierung an ihren Plänen fest. Was für die Umwelt gut ist, stellt die Immobilienbranche jedoch vor ein ernstes Problem. Obwohl vorzugsweise über zusätzliche Ladesäulen an öffentlichen Standorten diskutiert wird, finden bis zu 90 Prozent aller Ladevorgänge auf privaten Grundstücken statt. Denn gerade im eigenen Wohnumfeld oder am Arbeitsplatz sind die Fahrer von Elektroautos auf Ladesäulen angewiesen.

Rainer Schorr weiß: Elektromobilität wirkt sich auf die Immobilienbranche aus

Wenn zusätzliche Ladesäulen auf privaten Grundstücken gebraucht werden, ist die Immobilienbranche gefragt. Deshalb sollen das Miet- und das Wohneigentumsrecht zugunsten der Elektromobilität überarbeitet werden. Das Bundesumwelt- und das Justizministerium prüfen derzeit, wann Mieter oder Eigentümer einerPrivatwohnung Anspruch auf die Installation einer Ladesäule hat. Bisher sind Mieter oderEigentümer auf die Zustimmung des Vermieters beziehungsweise der Wohneigentümergemeinschaft angewiesen, wenn sie eine Ladesäule auf ihrem Grundstück installieren möchten. Um den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge nachhaltig zu fördern, könnten den Vermietern und Wohnungseigentümergemeinschaften beispielsweise Duldungspflichten auferlegt werden. Selbst eine Auflage bei Neubauten wäre denkbar. Bisher haben die Beratungen zwischen Bundesumwelt- und Justizministerium jedoch keine Ergebnisse hervorgebracht.

Zu viele Vorschriften verschlimmern die Lage auf dem Wohnungsmarkt

Rainer Schorr gibt zu bedenken, dass Mietern und Eigentümern zugunsten der Elektromobilität keine zusätzlichen Kosten auferlegt werden sollten. Die Lage am Wohnungsmarkt ist ohnehin angespannt und bezahlbarer Wohnraum knapp. Nun stellt sich jedoch die Frage, wer die Installation einer Ladestelle für Elektrofahrzeuge in der Tiefgarage finanzieren soll. Gerade in Mehrfamilienhäusern kann Einwohnern ohne Elektroauto kaum zugemutet werden, die Kosten für die Ladestelle des Nachbarn mitzutragen. Diese Probleme nimmt Rainer Schorr sehr ernst und verfolgt die gegenwärtige Debatte der Bundesregierung mit großem Interesse.