Rainer Schorr ist für eine Vereinheitlichung der Baugesetzgebung

Wohnungsmangel sorgt für Unruhe auf dem Immobilienmarkt

In den deutschen Städten wird zu wenig gebaut. Immer mehr Menschen strömen in die Metropolen, vor allem in Berlin oder Hamburg wird der Wohnraum allmählich knapp. Rainer Schorr beobachtet diese Entwicklung schon seit langem. Insbesondere die zu geringe Neubautätigkeit besorgt ihn. Viele vorhandene Flächen werden häufig nicht gewinnbringend genutzt. Konflikte mit Gemeinden oder viel zu strenge Vorschriften schrecken Investoren und Bauträger ab. Deshalb sieht Rainer Schorr die Lösung für dieses Problem in erster Linie in der Revision der deutschen Baugesetzgebung. Für 16 Bundesländer gebe es in Deutschland 16 unterschiedliche Baugesetze. Das muss nicht sein, sagt der erfahrene Investor.

Die Zahl der Baugenehmigungen steigt

Seit Ende des Jahres 2009 steigt die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland kontinuierlich an. Allein im vergangenen Jahr sind laut Daten des Statistischen Bundesamtes 309.000 neue Wohnungen genehmigt worden. Damit wurde die Schwelle von 300.000 neu genehmigten Wohnungen das erste Mal seit 15 Jahren wieder überschritten. Im Vergleich zum Vorjahr markiert dieser Wert ein Plus von acht Prozent. Auch im Jahr 2016 hält diese positive Entwicklung der Neubautätigkeit in Deutschland an. Von Januar bis April wurden Baugenehmigungen für 117.000 neue Wohnungen erteilt. Das sind 31 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Ein Grund seien die derzeit niedrigen Zinsen, sagt Rainer Schorr. Sie würden das Bauen für Investoren attraktiv machen, was der Bauwirtschaft zugutekäme. Der Umsatz des Bauhauptgewerbes sei von 2014 bis 2015 um 1,4 Prozent auf 66 Milliarden Euro gestiegen. Hinzu kommt, dass Immobilien in Zeiten geringer Sparzinsen bei Investoren besonders beliebt sind.

Rainer Schorr weiß, dass der Neubau nicht ausreicht

Auch wenn Rainer Schorr diese Entwicklung wohlwollend zur Kenntnis nimmt, ist ihm und anderen Experten bewusst, dass der Neubau in Deutschland trotz steigender Zahlen nicht ausreicht, um den Bedarf am Wohnungsmarkt zu decken. Um noch mehr Investoren in die Neubautätigkeit zu locken, fordert er deshalb, die Baugesetzgebung zu vereinheitlichen. Andere Investoren sollten sich dieser Einschätzung anschließen. Weniger Hürden für Investoren und Bauträger würden neue Anreize für den Wohnungsbau schaffen, unabhängig vom Standort. Neue Baukonzepte sollten leichter umzusetzen sein. Vor allem aufgrund der Flächenknappheit in den Großstädten müsse der Bau in die Höhe in die Revision der Baugesetzgebung mit einfließen. So könnte eine viel bessere Ausgangslage für investierfreudige Anleger geschaffen werden, erklärt Rainer Schorr, der diese Meinung auch in der Beratung seiner Kunden vertritt.