Angebotsverknappung bremst Investitionsnachfrage bei Wohnimmobilien

Die Assetklasse Wohnen ist weiterhin sehr beliebt in Deutschland– sowohl in den Top-7-Städten als auch in den B-Lagen. Dennoch sank das Transaktionsvolumen auf dem Wohnimmobilienmarkt in der ersten Jahreshälfte 2016 auf 4,61 Milliarden Euro. Auch das durchschnittliche Volumen je Transaktion lag mit 21,9 Millionen Euro unter dem Wert der Vorjahre. Das ergab eine Transaktionsanalyse der Dr. Lübke & Kelber GmbH. Immobilienexperte Rainer Schorr identifiziert zwei Gründe für den schwächelnden Umsatz: Das Angebot hat sich weiter verknappt, zudem werden Baugenehmigungen nach wie vor zu langsam erteilt. Beides hemmt den Investitionsmarkt erheblich und sorgt für ein steigendes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.

Investitionspotenziale nach Brexit könnten ungenutzt versickern

Die Folgen des Brexit haben auch Auswirkungen auf den deutschen Wohnimmobilienmarkt. Rainer Schorr ist davon überzeugt, dass diese überwiegend positiv sein werden und durch den Brexit neues Investitionspotenzial für den deutschen Immobilienmarkt entsteht. Gleichzeitig warnt der langjährige Investmentexperte, dass Kapitalströme, die nun nach Deutschland fließen, ungenutzt bleiben könnten. Bisher hemmt das sehr begrenzte Angebot das Wachstum. Ohne die Verknappung des Angebotes auf dem deutschen Markt könnte sonst bei anhaltend starker Nachfrage ein ähnliches Transaktionsvolumen wie im Jahr 2015 erzielt werden. Beflügelt durch den Brexit wäre sogar ein höheres Transaktionsvolumen möglich.

Rainer Schorr fordert mehr Bauland und schnellere Baugenehmigungen

Die Baulandfläche, die Projektentwicklern und Bauherren für neue Projekte zur Verfügung steht, ist in Core-Lagen derzeit äußerst begrenzt. Insgesamt führt das zu einer Verknappung des Angebots auf dem Wohnimmobilienmarkt. Für dieses Problem sieht Rainer Schorr eine einfache Lösung: Es müssen mehr Flächen als Baulandflächen ausgewiesen werden. Nur so kann die Nachfrage langfristig bedient werden. Die Transaktionsanalyse der Dr. Lübke & Kelber GmbH zeigt auch, dass insbesondere Neubauinvestitionen stärker in den Fokus rücken. Rainer Schorr fordert deshalb auch, dass die Erteilung von Baugenehmigungen effizienter und schneller abgewickelt werden soll.  So kann der Wohnimmobilienmarkt entlastet werden.